Während viele DGB-Gewerkschaften weiterhin Mitglieder verlieren, setzt die GEW ihren Wachstumskurs fort – auch in Hamburg. Die aktuellen Zahlen zeigen: Gewerkschaftliche Organisierung im Bildungsbereich bleibt stabil und gewinnt an Bedeutung.
DGB unter Druck – GEW im Plus
Die Mitgliederentwicklung im DGB ist erneut rückläufig. Zum 31. Dezember 2025 zählt er insgesamt 5.432.306 Mitglieder und liegt damit um 146.609 unter dem Vorjahreswert (–2,63 Prozent). Besonders stark betroffen sind die großen Industriegewerkschaften wie die IG Metall (–81.016) und ver.di (–34.366).
Vor diesem Hintergrund sticht die Entwicklung der GEW hervor: Sie gewinnt 988 Mitglieder hinzu (+0,36 Prozent) und gehört damit weiterhin zu den wenigen Gewerkschaften mit positiver Entwicklung. Insgesamt zählt sie 274.532 Mitglieder.
GEW Hamburg wächst weiter
Die GEW Hamburg setzt ihren Wachstumskurs fort. Zum Jahresende 2025 zählte der Landesverband 11.216 Mitglieder – ein Plus von 35 gegenüber dem Vorjahr.
69,08 Prozent der Hamburger Mitglieder sind weiblich, 30,57 Prozent männlich und 0,35 Prozent divers. Die Beschäftigten stellen mit 8.657 Mitgliedern die größte Gruppe (77,18 Prozent). 2.002 Mitglieder (17,85 Prozent) sind Senior*innen, 400 (3,57 Prozent) Studierende und 157 (1,40 Prozent) Erwerbslose.
Die GEW Hamburg ist damit vor allem eine Organisation der aktiv Beschäftigten – insbesondere von angestellten und verbeamteten Lehrkräften. Gleichzeitig zeigen sich hier Verschiebungen gegen den demografischen Trend: Während die Zahl der Senior*innen leicht zurückgeht, bleibt der Kern der aktiv Beschäftigten stabil.
In Hamburg spiegelt sich damit auch die hohe Dynamik im Bildungsbereich wider – von Schulen über Kitas bis zur Hochschule. Der leichte Mitgliederzuwachs unterstreicht die wachsende Bedeutung gewerkschaftlicher Organisierung im Bildungsbereich.
Mehr Organisierung – mehr Durchsetzungskraft
Die Entwicklung zeigt: Unter den aktuellen Bedingungen im Bildungsbereich wächst die Bereitschaft, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Hohe Arbeitsbelastung, Personalmangel und steigende Anforderungen führen dazu, dass sich mehr Kolleg*innen organisieren.
Für die GEW Hamburg bedeutet das, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen: neue Mitglieder gewinnen, insbesondere jüngere Beschäftigte stärker einbinden und die gewachsene Organisationskraft in konkrete Verbesserungen bei Arbeitsbedingungen und Bezahlung übersetzen.
Die aktuellen Zahlen zeigen: Während viele Gewerkschaften Mitglieder verlieren, wächst die GEW – auch in Hamburg. Sie bleibt damit eine zentrale Stimme für gute Arbeitsbedingungen und bessere Bildung.

