Die GEW Hamburg nimmt eine Studie der Bundes-GEW mit dem Titel „Wissenschaftliche Aufarbeitung zum Umgang mit sexualisierter Gewalt in der GEW von 1950 bis heute“ zum Anlass, Verantwortung zu übernehmen und die eigene Geschichte kritisch aufzuarbeiten. Die Aufarbeitungsstudie wurde am 2. Juli veröffentlicht.
Im Fokus der Studie steht unter anderem der GEW-Landesverband Hamburg. Es gibt eindeutige Hinweise, dass das Thema Sexualpädagogik bzw. sexuelle Gleichberechtigung intensiv behandelt wurde und dass Positionen vertreten wurden, die sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche entweder legitimierten oder verharmlosten.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die GEW Hamburg bislang weder diesen Aspekt ihrer eigenen Vergangenheit aufgearbeitet noch frühere Positionen ausreichend hinterfragt hat.
„Die GEW Hamburg wird deshalb ihre Rolle in dieser Thematik untersuchen lassen. Wir wollen die Diskurse und Netzwerke innerhalb der GEW, die sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche verharmlosen oder entkriminalisieren wollten, sowie das Thema sexualisierte Gewalt in pädagogischen Einrichtungen aufarbeiten“, erklärt Sven Quiring, Vorsitzender der GEW Hamburg.
Die GEW Hamburg hat sich klare Ziele für diesen Aufarbeitungsprozess gesetzt:
- Das Schweigen brechen,
- Taten aufdecken,
- Die Folgen für Betroffene benennen,
- Strukturen erkennen, die sexuellen Missbrauch begünstigt und Aufdeckung verhindert haben,
- Unrecht benennen und anerkennen sowie Formate des Erinnerns entwickeln,
- Konsequenzen für die Gegenwart ziehen und den Schutz von Kindern und Jugendlichen stärken.
Die Gremien der GEW Hamburg werden sich in den kommenden Monaten intensiv mit den Inhalten, Formen und Zeitplänen der Aufarbeitung befassen.
Foto: GEW Hamburg

