Am 26. September 2025 setzte die GEW Hamburg gemeinsam mit Lehrenden, Trägern, Verbänden und Kursteilnehmenden ein starkes Zeichen: 200 Menschen beteiligten sich am Aktionstag für eine verlässliche Finanzierung des Gesamtprogramms Sprache, faire Arbeitsbedingungen und die Anerkennung der zentralen Rolle von Sprachkursen.
Gestartet wurde um 12 Uhr vor der Behörde für Inneres und Sport, wo das Forderungspapier zum Gesamtprogramm Sprache übergeben wurde (siehe Bild im Anhang). Anschließend zog die Demonstration durch die Innenstadt bis zum Jungfernstieg, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Mit Transparenten und Redebeiträgen machten die Teilnehmenden deutlich: Sprache ist die Grundlage für Integration, Teilhabe und berufliche Perspektiven.
Die zentralen Forderungen: eine dauerhafte Finanzierung des Gesamtprogramms Sprache, faire Bezahlung und Planungssicherheit für Lehrkräfte und Träger sowie ein gesicherter Anspruch auf Sprachförderung für alle Zugewanderten. „Ohne eine verlässliche Finanzierung riskieren wir den Verlust über Jahre aufgebauter Bildungsstrukturen“, betonte Detlef Zunker, Sprecher der Fachgruppe Erwachsenenbildung.
„Es geht um Integration, um gesellschaftlichen Zusammenhalt und um die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes“, so unser Vorsitzender Sven Quiring in seiner Rede. „Die GEW Hamburg dankt allen Unterstützer*innen: Integration ist Zukunftsinvestition – und Sprache der Schlüssel dazu.“
NDR 90,3 berichtete über unseren Aktionstag.
Du willst eintreten? Herzlich willkommen!
Hier finde sich die Rede von unserem Vorsitzenden Sven Quiring:
Rede für die Demokundgebung – Gesamtprogramm Sprache 26.9.25
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
wir sind heute hier, weil das Gesamtprogramm Sprache in großer Gefahr ist. Die geplanten Kürzungen im Bundeshaushalt bedrohen ein Fundament, das für Integration, Bildung und die Zukunft unseres Landes unverzichtbar ist.
Seit Jahren leisten die Integrations- und Berufssprachkurse Großartiges. Sie haben Hunderttausenden Menschen den Weg in Gesellschaft, Ausbildung und Arbeit geebnet. Sie sind eine tragende Säule für Teilhabe – und für die Bekämpfung des Fachkräftemangels. Bis 2035 könnten bis zu 7 Millionen Arbeitskräfte fehlen – ohne Zugewanderte ist diese Lücke nicht zu schließen. Doch ohne Sprache bleibt Integration eine Illusion.
Und was tut die Politik? Statt stabile und planbare Mittel bereitzustellen, werden die Träger von einer überplanmäßigen Finanzierung in die nächste geschickt. Das ist Fahren auf Sicht – und gefährdet nicht nur unsere Bildungsstrukturen, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität Deutschlands.
Wir sagen ganz klar:
- Wenn einmal aufgebaute Strukturen verloren gehen, lassen sie sich nicht einfach wiederherstellen.
- Lehrkräfte arbeiten heute schon unter unsicheren Bedingungen. Viele verlassen die Kurse, weil Einkommen und Perspektiven fehlen.
- Bildungsträger stehen kurz vor der Insolvenz, weil die Kostensätze seit Jahren nicht angepasst werden.
Das Ergebnis?
- Sprachkurse werden gestrichen.
- Teilnehmende, die dringend das Sprachniveau B1 für Ausbildung und Beruf brauchen, bleiben auf der Strecke.
- Integration wird gebremst – und der Fachkräftemangel verschärft.
Wir fordern daher:
- eine sofortige und bedarfsgerechte Mittelausstattung,
- eine dauerhafte, verlässliche Finanzierung für Planungssicherheit,
- faire Löhne und Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte – konkurrenzfähig zum Schuldienst,
- und die Anerkennung der Erwachsenenbildung als gleichberechtigte vierte Säule des Bildungssystems.
Es braucht jetzt klare und verlässliche Signale:
Das Gesamtprogramm Sprache darf nicht kaputtgespart werden. Es geht um mehr als um Geld. Es geht um Integration, um gesellschaftlichen Zusammenhalt und um die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes.
Lasst uns heute gemeinsam deutlich machen:
Sprache ist kein Luxus. Sprache ist ein Menschenrecht, eine Brücke zur Gesellschaft – und der Schlüssel zu unserer gemeinsamen Zukunft!
Vielen Dank.

