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GEW zu neuer Auswertung von PISA 2018

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Webredaktion
„Mehr Chancengleichheit durch andere Strukturen“
Foto: S. Hofschlaeger / www.pixelio.de

Frankfurt a.M. - Die GEW macht sich für mehr Chancengleichheit in der Bildung stark. „Einzelne Programme und Förderprojekte reichen nicht, um Nachteile, die Schülerinnen und Schüler mitbringen, auszugleichen. Die gesamte Struktur des Schulsystems – von der Finanzierung bis zu den Organisationsformen – muss auf den Prüfstand“, sagte Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied Schule, am Dienstag in Frankfurt a.M. mit Blick die Ergebnisse der neuen Auswertung von PISA 2018. Sie schlug vor, arme Kommunen finanziell mehr zu unterstützen, damit sie gut ausgestattete Schulen für alle Kinder und Jugendlichen anbieten können. „Zudem muss der Weg in Richtung eines inklusiven Schulsystems beherzt weiterverfolgt werden. Ein wichtiger Schritt dabei: Sitzenbleiben und Ziffernnoten abzuschaffen“, betonte Hoffmann.

Diese Entwicklung müsse wegen des dramatischen Lehrkräftemangels durch „eine Ausbildungsoffensive für das Lehramt“ mit dem Schwerpunkt auf der Primar- und der Sekundarstufe I begleitet werden. „Die Hochschulen müssen unterstützt und verpflichtet werden, zusätzliche Studienplätze zu schaffen. Sie sollen evaluieren, warum junge Menschen ihr Studium abbrechen, um künftig höhere Erfolgsquoten zu erreichen“, sagte Hoffmann.

„Die unterschiedlichen Zuständigkeiten von Bund, Land und Kommune führen dazu, dass Kinder und Jugendliche, die in armen Städten und Gemeinden leben, oft schlecht finanzierte Schulen besuchen müssen und am stärksten vom Lehrermangel betroffen sind. Bildungserfolg darf nicht von der Postleitzahl abhängig sein“, begründete die GEW-Expertin ihren Vorstoß. „Die Leistungsbewertung der Schülerinnen und Schüler durch Ziffernnoten und Maßnahmen wie das Sitzenbleiben verstärken diese Nachteile.“ Der Lehrkräftemangel sei ein zusätzliches Hindernis, um Schulentwicklung voranzutreiben und die Schülerinnen und Schüler besser individuell zu unterstützen. „Wir können nicht mit den Antworten von vorgestern die sozialen Probleme von heute und morgen lösen.“ PISA zeige auch, dass die Digitalisierung in den Schulen nur so gut sein kann wie das pädagogische Gesamtkonzept, in das sie eingebettet ist. Veraltete Strukturen und Konzepte würden qualitativ nicht allein dadurch besser, dass man sie digitalisiert.

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