Fast 5000 Unterzeichner*innen sprechen sich dafür aus, dass Eltern und Kinder im Grundschulbereich künftig zwischen dem Religionsunterricht „für alle“ und einem Fach Philosophie/Ethik wählen können.
Die GEW Hamburg übergibt am 8. Juni die Petition „Für eine Alternative zum Religionsunterricht in den Klassen 1 bis 6 an Hamburger Schulen“ an den Eingaben-Ausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft. An der Übergabe nehmen unter anderem der GEW-Vorsitzende Sven Quiring sowie Vertreter*innen der GEW AG Philosophie und Religion teil.
„Hamburg muss endlich die gleiche Wahlfreiheit ermöglichen wie die meisten anderen Bundesländer. Gerade in einer vielfältigen und zunehmend säkularen Stadt brauchen Eltern und Kinder auch in den Klassen 1 bis 6 eine echte Alternative zum Religionsunterricht“, erklärt Sven Quiring, Vorsitzender der GEW Hamburg. „Ein Fach Philosophie/Ethik würde die pluralistische Realität unserer Gesellschaft besser abbilden und allen Schüler*innen einen gemeinsamen Raum für ethische Fragen und demokratische Werte eröffnen.“
Während Schüler*innen ab Klasse 7 an Hamburger Schulen bereits zwischen Religionsunterricht und Philosophie wählen können, gibt es diese Möglichkeit in den Klassen 1 bis 6 bislang nicht. Die GEW kritisiert, dass Hamburg damit hinter der Praxis der meisten Bundesländer zurückbleibt.
Zudem würden Eltern häufig nicht ausreichend darüber informiert, dass allein sie über die Teilnahme ihrer Kinder am Religionsunterricht entscheiden, solange diese noch nicht religionsmündig sind. Wer eine Abmeldung durchsetzen wolle, stoße in der Praxis oftmals auf organisatorische Hürden.
Die GEW weist außerdem darauf hin, dass der Religionsunterricht rechtlich an die Grundsätze der Religionsgemeinschaften gebunden ist und deshalb trotz seines offenen Anspruchs bekenntnisorientierter Unterricht bleibt. Humanistische, atheistische oder agnostische Perspektiven seien bislang nicht ausreichend berücksichtigt. Angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung sei ein Alternativfach dringend geboten. In Hamburg gehört inzwischen mehr als die Hälfte der Bevölkerung keiner Religionsgemeinschaft an.
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