Wir danken der VVN-BdA Hamburg für die Zweitverwertung dieses Artikels!
Fast 150 Menschen kamen am 15. September zur Veranstaltung „Gibt es eine Querfront in Hamburg? Netzwerke. Überschneidungen. Strategien.“, zu der die der VVN-BdA Hamburg gemeinsam mit der GEW Hamburg und dem DGB Hamburg eingeladen hatte. Der große Andrang und das breite Interesse an dem Thema haben uns als AK Neofa sehr gefreut. Das Publikum war bunt gemischt: von älteren Kolleg*innen aus Gewerkschaften und Friedensbewegung bis zu jüngeren Antifaschist*innen.
Nach einer Begrüßung und einem Input von Tanja Chawla für den DGB stellte der AK Neofa seine Recherchen zu politischen Netzwerken und Überschneidungen in Hamburg vor. Moderiert wurde der Abend von Bodo Haß von der GEW.
Ausgangspunkt des Vortrags war zunächst der Begriff der „Querfront“. Dabei wurde sowohl auf seine historische Herkunft als auch auf die Frage eingegangen, unter welchen Bedingungen heute sinnvoll von einer Querfront gesprochen werden kann.
Im Mittelpunkt standen anschließend Entwicklungen in Hamburg seit den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen. Anhand der sogenannten Kunsthallen-Demonstrationen wurde dargestellt, wie dort AfD-Mitglieder und weitere extrem rechte Akteure auftreten konnten und verschwörungsideologische und antisemitisch konnotierte Inhalte präsent waren. Einen Schwerpunkt bildeten die Organisation UMEHR e.V. und ihr Umfeld. Der Vortrag zeichnete personelle und organisatorische Verbindungen nach und untersuchte verschiedene politische Felder, auf denen diese Netzwerke aktiv sind – darunter Friedenspolitik, Palästina-Solidarität und Pandemiepolitik sowie geschichtsrevisionistische und gegen Linke und Antifa gerichtete Positionen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Hamburger Forum und der Frage, wie sich Teile der traditionellen Friedensbewegung gegenüber Akteur*innen aus dem Umfeld der Kunsthallen-Proteste geöffnet haben. Im Mai 2023 wurde DemoKunsthalle offiziell in das Hamburger Forum aufgenommen; gemeinsame Aktivitäten fanden auch unter dem Namen „Hamburg Linksoffen“ statt.
In der anschließenden Diskussion zeigte sich, wie aktuell und zugleich konfliktreich das Thema ist. Die Debatte verlief überwiegend sachlich und der Vortrag erhielt viel Lob und Anerkennung. Zugleich wurde es stellenweise emotional: Unter den Anwesenden waren Menschen, die von einigen der geschilderten Vorgänge und Akteur*innen persönlich betroffen sind. Einige wenige Teilnehmende äußerten sich selbst als impfkritisch beziehungsweise ließen eine Nähe zur Partei dieBasis erkennen. Auch dadurch wurden unterschiedliche Einschätzungen und Erfahrungen sichtbar.
Wir danken der GEW Hamburg für die Einladung und die Räume, Tanja Chawla für ihren Input, Bodo Haß für die Moderation und den Vortragenden des AK Neofa für ihre umfangreiche Recherche und Präsentation.
Der Abend hat gezeigt, dass mit einem Vortrag nicht alle Fragen beantwortet sind. Die Diskussion über Querfrontstrategien, politische Abgrenzung und die beschriebenen Netzwerke in Hamburg wird weitergehen.
Der AK Neofa der VVN-BdA Hamburg bietet den Vortrag „Gibt es eine Querfront in Hamburg? Netzwerke. Überschneidungen. Strategien.“ für interessierte Gruppen an. Wer sich für den Vortrag interessiert, sei es intern, als Gruppe oder für eine offene Veranstaltung, kann sich an wenden. Der Vortrag, wie er am 15. September 2026 gehalten wurde, ist außerdem als Audiobeitrag auf freie-radios.net verfügbar.
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