Mit über 300 Studierenden standen wir am 23. April gemeinsam mit anderen Jugend- und Studierendengruppen auf dem Campus der Uni Hamburg. Tage zuvor wurde bekannt gegeben, dass die sogenannten „Patrioten an der Uni Hamburg“ zur diesjährigen Wahl des StuPas (Studierendenparlament) antreten. Zum ersten Mal wurde eine offen faschistische Gruppe zu diesen Wahlen aufgestellt.
Auch wenn die Gruppe vorläufig aus formalen Gründen nicht antreten darf, ist es trotzdem unerlässlich ein Zeichen zu setzen. In ihrer Vorstellung fielen sie auf mit Aussagen, wie „Deutschland wird überrannt von Ausländern und zerstört von Feinden, die unsere reine Kultur mit Schwulheit, vermeintlicher Diversität und der Verkrüppelung wahrer Männlichkeit zerstören wollen“. Diese menschenverachtende Vorstellungen dieser Gruppe sind ein Angriff auf unsere Universität, die geprägt ist durch ein friedliches Miteinander.
Hass auf Studierende und Hetze gegen unsere Kommiliton*innen haben hier keinen Platz!
Hierzu hat unser Kommilitone Mathis von den GEW Studis eine Rede gehalten:
Moin,
Ich bin Mathis und spreche heute für die GEW Studis. Die GEW ist die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft und wir organisieren uns auch schon hier im Studium.
Wenn Faschisten sich breitmachen wollen, dann heißt es Zusammenzustehen, egal ob im Betrieb, in der Schule, in Vereinen oder in unserem Fall: in der Uni.
Dass Faschisten einfach dumm seien, ist eine häufige Erzählung, die aber gefährlich ist. Weil sie verharmlost. Das was sie tun ist perfider als diese „Dummheit“. Sie wollen ganz vorsätzlich spalten, um uns unsere gemeinsame Stärke zu nehmen. Dafür greifen sie auf so widerliche Art und Weise unsere Mitstudierenden an.
Uns als Bildungsgewerkschaft liegt am Herzen, dass Orte des Lernens und Lehrens nicht durch ihre Hetze bedroht werden. Wir als angehende Lehrkräfte und Pädagog*innen sehen unsere Arbeit durch solche Inhalte gefährdet und gerade deshalb müssen wir ihre Parolen und Hetze entlarven!
Wir müssen uns aber auch klar gegen die Kürzungen in Bildung und Sozialem positionieren, denn diese machen eine fortschrittliche Bildungsarbeit, die zu einem friedlichem Zusammenleben beiträgt, immer und immer schwerer. Sie kürzen an der Uni, bei Projekten der Demokratieförderung, in der offenen Kinder- und Jugendhilfe und im Ganztag! In Zeiten, in denen rechte Stimmen erstarken und Geld nur für Krieg und Rüstung da ist, müssen wir gemeinsam für eine ausfinanzierte Bildung, für gute Arbeits- und Lebensbedingungen kämpfen!
Lasst uns hier an der Uni weiter gemeinsam lernen, gemeinsam leben, gemeinsam im Café oder der Mensa sitzen und gemeinsam gegen solche Umtriebe organisieren. Denn nur zusammen können wir gegen die Probleme, die uns auf- und abseits des Campus begegnen ankommen.

