von Elina Stock, Referentin im GEW-Hauptvorstand
Mach mit bei den UN-Wochen gegen Rassismus vom 16. bis 29. März! Angesichts erstarkender rechtsautoritärer Kräfte in Deutschland und weltweit gilt es, sich für Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einzusetzen – auch in der Bildung.
Vor den anstehenden Landtags- und Kommunalwahlen zeichnet sich eine weitere Verschiebung der politischen Koordinaten ab: Während die AfD in ostdeutschen Bundesländern als stärkste Kraft gehandelt wird, erzielt sie laut aktueller Umfragen inzwischen auch in westdeutschen Flächenländern historisch hohe Zustimmungswerte. Diese Entwicklung geht mit polarisierenden sozial- und migrationspolitischen Debatten einher und fordert den gesellschaftlichen Zusammenhalt heraus.
Umso wichtiger ist es, demokratisches Engagement und Solidarität aktiv zu stärken sowie Haltung gegen Hass und Hetze zu zeigen. Besonders alarmierend sind die zunehmenden Angriffe im Bildungsbereich. Rechtsextreme Vorfälle an Schulen und Hochschulen erreichen Höchststände. Rassistische und queerfeindliche Hetze, Gewalt gegen Schüler*innen und Studierende mit Migrationsgeschichte, Hitlergrüße sowie Störungen und Sabotage von Demokratieprojekten häufen sich. Lehrkräfte, die Haltung zeigen, werden diffamiert und bedroht. Extrem rechte Akteure versuchen, Elternvertretungen zu beeinflussen und stellen Inhalte zu Rassismuskritik, Vielfalt und Erinnerungskultur infrage.
Vor diesem Hintergrund ruft die GEW ihre Mitglieder dazu auf, sich an den Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 16. bis 29. März zu beteiligen. Das diesjährige Motto lautet „100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“.
Demokratie stärken und Haltung zeigen!
Eine lebendige Demokratie lebt von Dialog, Respekt und Solidarität – von Menschen, die für ihre Grundwerte einstehen. Die Würde jedes Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Zugleich kann jede*r einzelne dazu beitragen, Grund- und Menschenrechte zu verteidigen und eine demokratische Kultur zu stärken – ob in der Familie, im Bekanntenkreis, im Kollegium, im Betrieb oder im Verein, in sozialen Medien oder auf der Straße. Entscheidend ist: Wir lassen uns nicht einschüchtern oder entmutigen!
Zivilgesellschaftliches Engagement und Demonstrationen gegen Rassismus und Rechtsextremismus bleiben unverzichtbar – in großen wie in kleinen Städten, besonders auch in ländlichen Regionen. Ebenso wichtig ist es, diskriminierenden Äußerungen im Alltag zu widersprechen, sich mit Betroffenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu solidarisieren, über Verschwörungsnarrative und rechte Ideologien aufzuklären sowie politische Bildung und Teilhabe zu fördern.
Es gibt viele Möglichkeiten, Haltung zu zeigen und dem Rechtsruck wirksam zu begegnen – in der Bildungsarbeit mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen, in gewerkschaftlichen Projekten oder Bündnissen, durch Proteste, Diskussionen, Lesungen, Workshops, kreative Aktionen oder Spenden. Jede Initiative zählt.
Tipps für Aktionen und Veranstaltungen
Die Stiftung der Internationalen Wochen gegen Rassismus stellt verschiedene Materialien zur Verfügung – wie etwa mehrsprachige Infoflyer, Plakate sowie „IMPULSE“ mit Ideen und Anregungen zur Beteiligung an den Aktionswochen. Viele Veranstaltungen werden über einen zentralen Online-Veranstaltungskalender angekündigt. Zudem empfiehlt die Stiftung Aktivitäten via Social Media unter Nutzung einschlägiger Hashtags wie #IWgR26 oder #100%Menschenwürde.
Für Bildungseinrichtungen bieten sich vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten an:
In Schulen und Kitas können beispielsweise Projekttage zur Demokratiebildung oder Workshops zum Diskriminierungsschutz organisiert werden. Im Kollegium können Austauschformate und Fortbildungen zur demokratischen Schulentwicklung und den Umgang mit rechtsextremen Vorfällen angestoßen werden. Hierzu lohnt es sich, externe Referent*innen oder Initiativen einzuladen.
Für die pädagogische Auseinandersetzung mit Rassismus und spezifischen Formen wie Antimuslimischer Rassismus, Antisemitismus oder Antiziganismus empfiehlt die GEW Handreichungen, Literatur und Materialien zur rassismuskritischen Bildungsarbeit.
„Schule zeigt Haltung“
Außerdem fordert die GEW gemeinsam mit Teachers for Future, GEW, Greenpeace, Bundeschülerkonferenz, Eltern gegen Rechts und der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung klare Leitlinien, Rechtssicherheit und Rückendeckung für engagierte Lehrkräfte. Die Petition „Schule zeigt Haltung – Lehrkräfte stärken gegen Hass und Hetze“ kann mitgezeichnet werden. Die Broschüre „Mythos Neutralität. Demokratie stärken und Haltung zeigen im Schulalltag“ (voraussichtlich verfügbar ab 9.3.) bietet rechtliche Orientierung sowie praxisnahe Impulse im Umgang mit dem vermeintlichen ‚Neutralitätsgebot‘.
Sportverbände rufen erneut zu einem Aktionstag #BewegtGegenRassismus am 28. März 2026 auf. Neben Städten und Kommunen, Vereinen sowie prominenten Vertreter*innen aus unterschiedlichen Bereichen beteiligen sich auch Gewerkschaften im DGB, das Netzwerk Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage sowie die Initiative „Aufstehen gegen Rassismus“ in lokalen Gruppen und Bündnissen an den Aktionswochen. Es lohnt sich zudem, über den Aktionszeitraum hinaus nach Kooperationspartner*innen und Demonstrationen vor Ort Ausschau zu halten. Unterstützung für zivilgesellschaftliche Initiativen bietet das Bündnis „Zusammen für Demokratie! Im Bund. Vor Ort. Für Alle.“

