GEW Hamburg

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Hamburg
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Rede der GEW auf Bündnisdemo „NEIN zum Krieg – FRIEDEN für Rojava und ganz Syrien"

Geschrieben von: 
Webredaktion
Veranstaltung zum „Aufbau eines demokratischen Bildungs- und Gesundheitssystems in Rojava/Nordsyrien“ am 9. Februar
Foto: Reinhard Schwandt

 

Auf der Demonstration: „NEIN zum Krieg – FRIEDEN für Rojava und ganz Syrien" am 9. Februar 2019 redete Karin Haas für die GEW. Am 21. Februar findet um 18  Uhr eine Veranstaltung zum „Aufbau eines demokratischen Bildungs- und Gesundheitssystems in Rojava/Nordsyrien“ statt, zu der ihr herzlich eingeladen seid. Weitere Infos unter https://www.gew-hamburg.de/themen/aktionen-und-kampagnen/aufbau-eines-demokratischen-bildungs-und-gesundheitssystems-in-rojava

Die Rede im Wortlaut:

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freundinnen und Freunde,

die GEW Hamburg unterstützt das Hamburger Bündnis „Frieden für Rojava und Syrien".

Vor fast genau einem Jahr hat die GEW den Einmarsch der Türkei  in Afrin verurteilt und gegen die stillschweigende Unterstützung der westlichen Staaten einschließlich der Bundesrepublik protestiert.

Damals hat die türkische Armee und mit ihr verbündete islamische Gruppen  Afrin, den westlichen Kanton Rojavas,  völkerrechtswidrig angegriffen, besetzt und zwangsislamisiert. Hunderttausende sind vor der türkischen Armee und ihrem grausamen und menschenverachtenden Regime geflohen. Das unendliche Leid und die Zerstörung , das die türkische Armee den Menschen in Afrin gebracht hat, droht jetzt auch im gesamten nördlichen Teil Syriens  fortgesetzt zu werden.

Ermuntert durch den Rückzug der USA hat Erdogan an der Grenze zu Nordsyrien, und das sind 900 km, überall verstärkt Truppen konzentriert. Er will die dort entstandenen demokratischen Strukturen von Selbstverwaltung, die inzwischen  als Demokratische Föderation Nordsyrien knapp ein Drittel des syrischen Staatsgebietes umfasst, gänzlich zerstören. Sein Vorwand: die regionalen Volksbefreiungseinheiten YPG/YPJ seien  „Terroristen“ und müssten vernichtet werden. In Wirklichkeit haben die  mehrheitlich kurdischen Einheiten den entscheidenden Beitrag zur erfolgreichen Zurückdrängung des so genannten „Islamischen Staats“ geleistet!

Die Grundpfeiler dieser  in Rojava entstandenen neuen Gesellschaft, die das kurdische Volk trotz Verfolgung und Krieg dort aufgebaut hat, sind:                                                              Gleichberechtigung der Frauen, Abschaffung der Todesstrafe und Folter, Religionsfreiheit, Gerechtigkeit, Frieden, Bildung, Gesundheit, Demokratie und Ökologie. Diese grundlegenden gesellschaftlichen Errungenschaften geben den Menschen Hoffnung und eine Zukunftsperspektive, die Erdogan mit aller Macht zerstören will.

Kolleginnen und Kollegen der GEW haben vor Ort  bei Delegationen das große Engagement der Lehrerinnen und Lehrer  für ein neues demokratisches Bildungswesen erlebt. Viele Zielvorstellungen der GEW in den Bereichen Recht auf Bildung, Antidiskriminierung, Vielfalt, Mehrsprachigkeit, Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung sowie Demokratie- und Friedenserziehung werden dort bereits grundlegend im neuen Bildungswesen verankert.

Diese demokratischen Strukturen und Werte müssen wir  verteidigen!

Deshalb fordert die GEW im Bündnis mit anderen demokratischen Kräften die Bundesregierung auf,

  • die drohende Aggression der Türkei gegenüber den kurdischen Gebieten in Nordsyrien zu verurteilen;
  • alles zu tun, damit der blutige Krieg gegen die kurdische Bevölkerung und in ganz Syrien beendet wird, und dazu einen Beitrag zu leisten, indem sie die Waffenexporte  und militärische Zusammenarbeit mit der Türkei stoppt;
  • und als Solidarität mit den Menschen in Rojava die  juristische und polizeiliche Verfolgung kurdischer Organisationen in Deutschland einzustellen.

Foto: Reinhard Schwandt