Tausende Besucherinnen und Besucher kamen am 25. April zusammen, um das Internationale Kinderfest im August-Lütgens-Park in Altona zu feiern. Das Fest wird jedes Jahr rund um den 23. April von der Türkischen Gemeinde gemeinsam mit zahlreichen Organisationen, Vereinen, Institutionen und Parteien organisiert.
Wir vom LAMBDA (Landesausschuss für Migration, Bleiberecht, Diversität und Antirassismus) waren bereits zum zweiten Mal mit einem Infostand zur Mehrsprachigkeit vertreten, einem unserer zentralen Anliegen und informierten zudem mit Materialien der GEW.
Unter dem Motto „Alle Sprachen sind gleichberechtigt“ machten wir auf unserem Infoblatt deutlich: Die Herkunftssprachen von Kindern und Jugendlichen müssen als gleichwertige Fremdsprachen anerkannt werden. Sie sollten, genauso wie die traditionellen Fremdsprachen, abschlussrelevant sein, sowohl für den Ersten und Zweiten Bildungsabschluss als auch für das Abitur. In Hamburg ist hier bereits ein wichtiger Schritt gelungen: Für 11 Sprachen besteht inzwischen eine Abschlussrelevanz, 8 davon können bis zum Abitur belegt werden. Gleichzeitig bleibt noch viel zu tun, denn für mindestens 9 weitere Sprachen, darunter Ungarisch, Kurdisch und Vietnamesisch, gilt diese Gleichstellung bislang nicht.
Mit einem Sprachenrad, das die 20 meistgesprochenen Sprachen an Hamburger Schulen sichtbar macht, sowie mit zweisprachigen Büchern informierten wir über die gelebte Mehrsprachigkeit in der Stadt und setzten uns für ihre stärkere Verankerung im Bildungssystem ein. Darüber hinaus forderten wir den weiteren Ausbau des Herkunftssprachlichen Unterrichts sowie eine bessere Information der Eltern über Bildungswege und Chancen für ihre Kinder. Der Andrang an unserem Stand war groß: Viele Kinder und Eltern beteiligten sich aktiv, unterstützten unsere Anliegen und kamen mit uns ins Gespräch. Im Mittelpunkt stand ein interaktives Sprachenquiz unter dem Motto „Sprachen lernen in Hamburg, eine ganze Welt zu Hause“. Die Kinder beantworteten Fragen zu verschiedenen Sprachen und den Ländern, in denen sie gesprochen werden. Als kleine Belohnung konnten sie sich anschließend ein zweisprachiges Buch in ihrer Sprache aussuchen und mitnehmen.
Karin Haas und Bilge Yörenc, LAMBDA
(Landesausschuss für Migration, Bleiberecht, Diversität und Antirassismus)

