Die Klimakrise stellt Gesellschaft, Politik und Bildung vor tiefgreifende Herausforderungen. Gleichzeitig nehmen Konflikte um Ressourcen, Energieversorgung und Umweltbelastungen weltweit zu. Die Reihe „Expert*innengespräche zu Klima und Umwelt“ greift aktuelle Fragen rund um Klimawandel, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Transformation auf und bringt wissenschaftliche Perspektiven mit praktischen Impulsen für den Unterricht zusammen. Im Austausch mit renommierten Expert*innen werden zentrale Zusammenhänge diskutiert und Möglichkeiten aufgezeigt, wie diese Themen kritisch und handlungsorientiert in Schule und Bildung behandelt werden können. Die Veranstaltungen finden sich untern, der Flyer im Anhang.
Die Veranstaltungen sind für Lehrkräfte als Fortbildung anerkannt bei Anmeldung im TIS des LI (ab August 2026). Anmeldung bei der GEW (empfohlen) unter info@ gew-hamburg.de
Aufrüstung und Klimawandel
Montag, 14. September, 18 Uhr, GEW, Rothenbaumchaussee 15 (Rückgebäude)
Aktuell fließen erhebliche Mittel in die Aufrüstung und den Ausbau der Armee, während wichtige Maßnahmen zum Klimaschutz, Umweltschutz und zur Erhaltung der Biodiversität eingeschränkt werden. Zudem erhöhen militärische Einsätze den Ausstoß von CO2.Welche Möglichkeiten gibt es, diese Problematik in Unterricht zu behandeln?
Podium:
* Dr. Angelika Claußen, Vorsitzende des International Physicians for the Prevention of Nuklear War (IPPNW), deutsche Sektion. Die IPPNW setzen sich seit über 40 Jahren gegen Kriegsgefahren und für Maßnahmen gegen den Atomkrieg ein. 1985 erhielten sie dafür den Friedensnobelpreis.
* Prof. Dr. Jürgen Scheffran, Hamburg, leitet die Forschungsgruppe „Klimawandel und Sicherheit“ (CLISEC) an der Universität Hamburg, die aus dem Klima-Exzellenzcluster der Universität hervorgegangen ist. Er hat sich insbesondere mit den ökologischen Folgen von Rüstung und Krieg beschäftigt und dazu wichtige Veröffentlichungen vorgelegt.
Trotz aller Widerstände: Wie kann Klimaneutralität in Deutschland erreicht werden?
Montag, 5. Oktober, 18 Uhr, GEW, Rothenbaumchaussee 15 (Rückgebäude)
Bereits über 50 % des deutschen Strombedarfs werden durch erneuerbare Energien gedeckt, aber nur gut 20% des gesamten Energiebedarfs. Zum Erreichen der Klima-neutralität sind also noch fast 80% zu ersetzen – eine große Herausforderung, die auch von zunehmendem Widerstand begleitet wird. Wie ist Klimaneutralität trotz dieser Hürden möglich? Können wir durch „grünes Wachstum“ die Emissionen ausreichend reduzieren? Braucht es andere Denkansätze, um Lebensqualität nachhaltig zu sichern? Welche Möglichkeiten gibt es, diese Problematik in Unterricht zu behandeln?
Podium:
* Prof. Dr. Sighard Neckel, Soziologe, Universität Hamburg, hat untersucht, welche gesellschaftlichen Kräfte einer sozialökologischen Transformation entgegen-stehen und zeigt realistische Wege zu ökologischen und gesellschaftlichen Fortschritten auf.
* Dr.Ing. Ernst Schriefl, Wien, hat sich eingehend mit der Frage befasst, ob und wie in Deutschland die Klimaneutralität trotz der großen Herausforderungen erreicht werden kann.
Die unterschätzte Gefahr: Mikroplastik
Dienstag, 13. Oktober, 18 Uhr, GEW, Rothenbaumchaussee 15 (Rückgebäude)
Die Produktion und Nutzung von Kunststoffen nehmen überall auf der Welt weiter zu. Viele nur einmalig genutzte Verpackungen bestehen aus Materialien, die nicht biologisch verrotten, sondern in der Natur in Mikroplastik zerfallen und sich überall verbreiten – inzwischen nachweisbar selbst in Fischen am Südpol und in menschlichen Gehirnen. Die bisherigen Lösungsansätze, wie Verbrauchsreduktion und Recycling, stoßen an ihre Grenzen: Nur ein kleiner Teil der Kunststoffabfälle wird tatsächlich wiederverwendet, der Großteil wird verbrannt. Warum bieten Alternativen, wie etwa biologisch abbaubare Kunststoffe bisher keinen Vorteil und wie könnten hier Lösungen gefunden werden? Welche Möglichkeiten gibt es, diese Problematik in Unterricht zu behandeln?
Podium:
* Dr. Moritz Jäger-Roschko, Hamburg, arbeitet im Konsumwende-Team von Greenpeace mit den Schwer-punkten Kreislaufwirtschaft und Plastik.
* Prof. Dr.Ing. Hans-Josef Endres, Hannover, leitet das Institut für Kunststoff- und Kreislauftechnik an der Universität Hannover.
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