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Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Hamburg
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100 Jahre VHS - Kampf um mehr Honorar

Geschrieben von: 
Detlef Zunker
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Die Hamburger Volkshochschule feierte am 22.06.19 in der Kulturfabrik Kampnagel ihr hundertjähriges Bestehen.In der offiziellen Eröffnungsveranstaltung, zu der sich der angekündigte Schulsenator, Ties Rabe, durch den Staatsrat Rainer Schulz vertreten ließ, wurden lobende Worte über die wachsende VHS in einer wachsenden Stadt geäußert.

Die schlechte Bezahlung der Kursleiter, die mit ihrem Kursangebot den Erfolg der VHS erst möglich machen, kam auf dem Podium nicht vor. Dafür sorgte der Stand der Kursleitervertreter*innen, die mit ihrem Transparent „Weiterbildung:  Honorar und Lohn sind ein Hohn“ auf diesen Aspekt aufmerksam machten.Trotz einiger Erhöhungsschritte in den letzten Jahren liegen die Honorare der Kursleiter immer noch deutlich unter 30 € pro Unterrichtsstunde.

Die Forderung der Kursleitervertreter*innen, die von der GEW unterstützt wird, sind 35 € pro Unterrichtsstunde und hälftige Beteiligung an der Renten- und Sozialversicherung. Das auch dies nur ein erster Schritt zu einer angemessenen Bezahlung sein kann, zeigen die Preise, die wir alle z. B. für Handwerkerleistungen zahlen müssen, bei denen immer noch die Fahrzeit extra zu Buche schlägt.

In vielen Gesprächen am Stand wurde von den Besuchern der Veranstaltung großes Verständnis für die Forderungen der Kursleiter*innen gezeigt, die sich darüber beklagen, dass nach 18 Jahren eingefrorener Honorare bis 2014 die bisherigen und auch die zugesagten Erhöhungen bei weitem nicht ausreichen.

Dass diese Forderungen an der richtigen Stelle gehört wurden, zeigt die Reaktion des Schulsenators: In einer Pressemitteilung ließ er mitteilen, dass die Honorare der Kursleiter ab 09/ 2019 auf 57,24 €  angehoben werden sollen und für 2020 auf 58,96 €. Wer sich jetzt die Augen reibt und denkt, großartig und schnell reagiert, hat sich deutlich getäuscht. Der Senator hat einfach eine Doppelstunde von 90 Minuten als Maßstab genommen. Wir vermuten, dass ihm das tatsächliche Honorar für 45 Minuten selbst zu niedrig erschien.

Bei den Kursleitenden selbst hat der Taschenspielertrick des Senators für große Verärgerung gesorgt. Sie wollen ihre Forderungen nach deutlich verbesserter Bezahlung auch nach der Sommerpause mit gewerkschaftlicher Unterstützung weiter vertreten.

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