Wandsbek-Case: „Ich habe nur Befehle ausgeführt“ – Die fehlende Reue der Täterinnen und Täter
Mittwoch 3. Juni 2026 | 19 bis 21 Uhr | GEW Landesverband | Rothenbaumchaussee 15 | Raum ABC
Mitten in Wandsbek entstand im Juni 1944 ein KZ-Außenlager bei der Firma Dräger. Mehr als 500 Frauen mussten hier Zwangsarbeit leisten. Sie sollten – in Vorbereitung eines geplanten Giftgaseinsatzes der deutschen Wehrmacht – in großer Zahl Gasmasken herstellen. Sie arbeiteten in 12-Stunden-Schichten. Täglich waren sie Misshandlungen und Schikanen ausgesetzt. Der SS-Lagerführer Johannes Steenbock wurde von den Häftlingen als besonders brutal geschildert. Er war verantwortlich für den Tod mehrerer Häftlinge. Schuldgefühle zeigte er nicht. Er hätte doch nur Befehlen gehorcht und keine Alternative im Handeln gehabt. Es gibt auch heute in den nachfolgenden Generationen Menschen, die die NS-Verbrechen verharmlosen und verleugnen. Sie folgen der Sichtweise der Täter. Dem tritt Stefan Romey entgegen. Seit 40 Jahren hat er zum KZ Wandsbek geforscht und mit zahlreichen Häftlingen gesprochen. Ihre Stimmen stehen im Mittelpunkt seiner Darstellungen. Die Bezirksversammlung Wandsbek erinnert seit vielen Jahren an Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus in Wandsbek. Sie hat u.a. den „Wandsbeker Weg der Erinnerung an Widerstand und Verfolgung 1933 – 1945“ umgesetzt. 15 inhaltlich miteinander verbundene Stelen versehen mit Informationstafeln und weiterführenden QR-Codes wurden zu diesem Thema im Bezirk aufgestellt. Eine begleitende Broschüre ist erschienen.
Mehr Infos finden sich unter dem angegeben link. Weitere Vorträge, Lesungen und Rundgänge – unter anderem zu Täterprofilen, Zeug*innenperspektiven sowie einzelnen Verfahren – ergänzen das Programm bis in den Herbst 2026. Das vollständige Programm und der Flyer finden sich unter https://www.gew-hamburg.de/themen/gew/2026-01/80-jahre-curiohaus-prozesse
