Poppenbüttel-Case: „Schuld und Sühne“ – Der Prozess zum Tod des polnischen Zwangsarbeiters Andrzej Szablewski
Mittwoch 20. Mai 2026 | 19 bis 21 Uhr | GEW Landesverband, |Rothenbaumchaussee 15 | Raum ABC
Andrzej Szablewski wurde aus seiner polnischen Heimat nach Deutschland verschleppt. Er musste Zwangsarbeit auf dem Gut Hohenbuchen in Poppenbüttel leisten. Er wurde schlecht versorgt, schikaniert, misshandelt und musste sehr hart arbeiten. Der Gutsverwalter Walter Grimm unterstellte ihm, eine „sexuelle Beziehung“ zu der deutschen Erntehelferin Hildegard Lütten. Ohne Gerichtsurteil wurde er auf dem Gut „zur Abschreckung“ erhängt. Hildegard Lütten wurde für Jahre in das Frauen-KZ Ravensbrück verschleppt. Andrzej Szablewskis Bruder Kasinin strengte nach dem Krieg bei der britischen Besatzungsmacht einen Prozess gegen die Verantwortlichen an. Es ergingen harte Urteile. Der Gutsverwalter Grimm und der Gestapomann Karl Mumm wurden zum Tode verurteilt und hingerichtet. Der Historiker Andreas Seeger hat die Geschichte des Mordes in seinem Buch „Der Tod eines Zwangsarbeiters“ aufgearbeitet. Auf seine Initiative hin wurde eine Gedenktafel aufgestellt. Er sorgte dafür, dass Hildegard Lütten durch die Hamburger Stiftung Hilfe für NS-Verfolgte entschädigt wurde. Jahrzehntelang wurde ihr Schicksal als NS-Verfolgte nicht anerkannt.
Mehr Infos finden sich unter dem angegeben link. Weitere Vorträge, Lesungen und Rundgänge – unter anderem zu Täterprofilen, Zeug*innenperspektiven sowie einzelnen Verfahren – ergänzen das Programm bis in den Herbst 2026. Das vollständige Programm und der Flyer finden sich unter https://www.gew-hamburg.de/themen/gew/2026-01/80-jahre-curiohaus-prozesse
