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Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Hamburg
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Wo man Bücher verbrennt - Erinnerung an verfolgte Autor_innen Hamburgs in Wort und Bild
Termin: 
Dienstag, 15. Mai 2018 - 19:00

Vier Wochen dauerte die Aktion „Wider den undeutschen Geist“ der „Deutschen Studentenschaft“. Ihre eindeutig antisemitische Propaganda zielte auf die Eliminierung des Judentums in allen kulturellen Erscheinungsformen. Missliebige Literatur sollte „ausgemerzt“ werden. Insbesondere in deutschen Universitätsstädten flackerten am 10.Mai 1933 Scheiterhaufen, in denenin aller Öffentlichkeit Bücher von Sigmund Freud, Erich Kästner, Heinrich Mann, Karl Marx u.v.a.verbrannt wurden.
Die erste von vier Hamburger Bücherverbrennungen fand am 15. Mai 1933 am Kaiser-Friedrich-Ufer statt, wo seit 1985 eine Gedenkanlage an das historische Ereignis erinnert. Zehn Namen von Schriftstellerinnen und Schriftstellern sind dort eingraviert. Zu wenige nach Meinung des Historikers und Publizisten Wilfried Weinke.
Gemeinsam mit dem Ausstellungs- und Buchgestalter Uwe Franzen präsentierte er 2013 in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg die Ausstellung „Wo man Bücher verbrennt ... Verbrannte Bücher, verbannte und ermordete Autoren Hamburgs.“ Unter gleichem Titel veröffentlichten sie im Mai 2017 eine mehr als 370 Seiten umfassende, reich illustrierte Dokumentation. In aufwendiger Gestaltung würdigen sie Hamburger Literaturwissenschaftler, Lyriker, Dramaturgen, Journalisten, Kinderbuchillustratoren, Buchillustratoren, Rabbiner, Verleger und Fotografen. Für sie waren die Bücherverbrennungen keineswegs Provinzpossen. In abwechslungsreicher Folge stellen Uwe Franzen und Wilfried Weinke einige dieser fast vergessenen Autor_innen in Wort und Bild vor. Die Schauspieler_innen Andreas Grötzinger und Ruth Marie Kröger sorgen durch das Lesen von Texten für einen eindringlichen Nachhall.

Eintritt frei