Gesund in den Ruhestand!

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GEW fordert: „Altersentlastung für Lehrkräfte in Hamburg – jetzt!“

„Hamburg ist das einzige der 16 Bundesländer, in dem es weder eine Altersentlastung noch eine Altersteilzeitregelung für beamtete Lehrkräfte gibt. Das muss sich ändern - und zwar schnell“, fordert der Vorsitzende der GEW Hamburg, Klaus Bullan.

Hamburg hat heute – nach Bremen – das höchste Durchschnittsalter unter allen Lehrkräften: mehr als jede zweite Lehrkraft (55,2 Prozent) ist älter als 50 Jahre. Der Personalstrukturbericht 2007 kommt zu dem Ergebnis, dass bis zum Jahr 2014 jeder dritte Lehrer (mehr als 35 Prozent aller Lehrkräfte, d. h. rund 5.500 LehrerInnen) an Hamburgs staatlichen Schulen - in den Ruhestand gehen wird. Kein Bereich des öffentlichen Dienstes kommt auch nur annähernd auf eine solche Quote.

Jede 4. Lehrkraft scheidet wegen Dienstunfähigkeit vorzeitig aus - eine Quote, die in Hamburgs öffentlichem Dienst nur noch von den Strafvollzugsbeschäftigten übertroffen wird. Gleichzeitig ist auch die Zahl der krankheitsbedingten Fehltage unter Hamburgs LehrerInnen um fast 40 Prozent angestiegen – das entspricht insgesamt mehr als 226.000 Fehltagen oder fast drei Wochen pro Lehrkraft.

Klaus Bullan: „Niemand, der die Realität an den Schulen kennt - die zunehmende Arbeitsverdichtung, die gestiegene psychische und physische Belastung, die Hetze im Schulalltag und die gestiegenen Unterrichtsverpflichtungen bei steigenden Klassengrößen - wundert sich über diese Entwicklung.“

Bullan erinnert daran, dass die rot-grüne Koalition in Hamburg im Jahr 2000 die Altersermäßigung mit der Begründung abgeschafft hat, es gäbe ja Altersteilzeitregelungen. Die dann folgende Schwarz-Schill-Regierung schaffte eben jene Altersteilzeit ab, dazu kam das Arbeitszeitmodell, das für viele ältere KollegInnen eine plötzliche Erhöhung der wöchentlichen Unterrichtsstundenzahl um bis zu sechs Stunden brachte. „Heute haben die Lehrer und Lehrerinnen auf den letzten Metern ihres anstrengenden Berufslebens keine Aussicht mehr auf Entlastung“, konstatiert Bullan.

Der Bildungsbericht 2008 weist aus, dass der Anteil der teilzeitbeschäftigten Lehrkräfte auch in Hamburg in den zurückliegenden zehn Jahren stets gestiegen ist. Heute arbeiten nur noch 51 Prozent aller Hamburger Lehrerinnen und Lehrer in Vollzeit, auch weil sie keine Alternative sehen, wenn sie den Schulalltag gesund überleben wollen. Viele von ihnen zahlen einen hohen Preis in Form massiver Einkommenseinbußen und geringer Ruhestandsgehälter. Bullan: „Es ist ein Skandal, dass der Arbeitgeber, d. h. die Landesregierung, keine Arbeitsbedingungen garantieren kann, die allen KollegInnen ermöglicht, bis zur Pension Vollzeit zu arbeiten, ohne dabei dauerkrank zu werden.“

Die Arbeit an den Schulen und auch der Unterricht werde davon profitieren, wenn Alte entlastet und Junge eingestellt werden, stellt Bullan klar: „Wir brauchen eine bessere Mischung von LehrerInnen aller Altersgruppen und die Chance für die Jungen auf eine Arbeit, den sie lange und mit Freude tun können.“